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Presseberichte 2012

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2012

Presseberichte 2012

Dank Heimatvereinspende: Friedhofstor in neuem Glanz

29.10.2012
(von Frieder Scholtes) Nach dem Schweizer Volksbühnenautor Otto Baumgartner-Amstadt „…sieht man auf dem Friedhof, wie die Zeit vergeht“. Das traf auf dem Kronauer Gottesacker nicht nur auf die Grabmale und deren eingemeißelte Inschriften zu, sondern auch auf das ehemals pompöse Eingangsportal, von dem man aufgrund der eingemeißelten Jahreszahl 1766 annahm, dass es den Umzug des Kirchhofs von der Kirche zum jetzigen Ort im Jahre 1822 bzw. dessen Erweiterung 1841 mitgemacht hat. Auch die Steine der Einfriedigungsmauer wurden beim Umzug wieder verwendet. Die vergehende Zeit, mit allen jahreszeitlichen Wetterunbilden und nicht zuletzt die Folgen der Umweltverschmutzung der Neuzeit, hatten arg am weichen Sandstein genagt. Das schmiedeiserne Tor hing schief in den Angeln und war nur mit Kraftaufwand zu schließen und wurde schließständig offen halten. Das war nicht nur den Mitgliedern des Heimatvereins, der sich die Erhaltung der Kronauer Kleindenkmale zur Aufgabe gemacht hat, ein Dorn in den Augen. In der dem Heimatverein eigenen Art hieß es „Ärmel hoch und an die Arbeit“. Der Kronauer Steinmetzmeister Klaus Hillenbrand erstellte ein erstes Gutachten, das die spontane Zustimmung der Mitglieder erfuhr und der die Zustimmungsanfrage beim Bürgermeister folgte.

Alsbald nahm Steinmetz Hillenbrand seine Arbeit auf, während das schmiedeiserne Tor von Josef Wittek und den Heimatvereinsmitgliedern Theo Gassner, Rainer Keppelen, Siegfried Krüger und den Fachleuten der Firmen Schlosserei Knebel und Ortner Blechverarbeitung abgenommen, gereinigt, gerichtet, sandgestrahlt und pulverbeschichtet wurde. Inzwischen hatten die Profis um den Steinmetz Hillenbrand die Torsäulen und die Gesimse ausgebessert,  die Säulenkugeln neu gefertigt und angebracht und den Stein gehärtet. Das Freilegen der Mauersockel aber brachte neue Bausünden zu Tage. Die Fundamente waren aus allerlei Materialien wie Backsteinen, Ziegeln, und Sandsteinbrocken als billige Füllungen, gegossen. Der Vorschlag war eine neue Sockelverkleidung aus Sandstein. Die Bauhof- Mitarbeiter hatten zwischenzeitlich den Gehweg ausgehoben, erneuert, und den neuen Höhenverhältnissen angeglichen.

Die offizielle Übergabe fand unter großem Interesse der Mitglieder des Heimatvereins und den an den Arbeiten beteiligten statt. Bürgermeister Jürgen Heß dankte den Firmen und privaten Helfern, allen voran auch dem über achtzigjährigen Schlossermeister Walter Kehrer für ihre Hilfe, ganz besonders aber den Mitgliedern des Heimatvereins, die sich erneut für den Erhalt eines kulturgeschichtlichen Baudenkmals eingesetzt und ermöglicht haben. Er übernahm aus den Händen des Vorsitzenden Josef Wittek den Schlüssel für das restaurierte Friedhofstor, dessen Worte in Mundart man durchaus auch in Zukunft auf die Goldwaage legen darf: „Weidämachä, ohner zahlts!“
 

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Grabmale-in-der-FriedhofsmauerGrabmale in der Friedhofsmauer

06.06.2012
(von Frieder Scholtes) Zwei alte Grabmale sind Bestandteil der alten Friedhofsmauer. Während das eine Grabmal zum Grab des ehemaligen Bürgermeisters Georg Josef Moch gehört, in dessen Amtszeit (1861-1870) der Bau und die Einweihung der Kirche fiel, ist von der Inschrift auf dem anderen Grabmal nichts mehr zu sehen. Es könnte sich aber ebenfalls um ein Ehrengrab (mit ewiger Liegezeit) gehandelt haben, worauf die kunstvolle Gestaltung des Sandsteinmonuments deutet. Falls jemand aus der Bevölkerung Angaben (aus mündlicher oder schriftlicher Überlieferung) machen kann, möge er sich bitte beim Heimatverein melden.

Friedhofsportal kurz vor der FertigstellungÜbergabe der Platte Friedhofstor

06.06.2012
(von Frieder Scholtes)„Denkmäler schützen heißt nicht Genuss suchen, sondern Pietät üben“. Der dies schon Ende des 19. Jahrhunderts sagte, war Georg Dehio ein deutscher Kunsthistoriker. Zwar nicht durch ihn, aber gewiss in seinem Sinn handelt der Heimatverein Kronau, der sich der Pflege der Kronauer Kleindenkmale verschrieben hat. Im doppelten Wortsinn übte der Heimatverein Pietät bei der Restaurierung und Sanierung des Friedhofportals, das in nächster Zeit im neuen (alten) Glanz erstrahlt. Vor Wochenfrist hat der Kronauer Steinmetzmeister Klaus Hillenbrand die letzte Sandsteinplatte (Inschrift: Friedhofseingang, vom Heimatverein 2012 saniert) gesetzt und damit die Friedhofsmauer enorm aufgewertet. Diese war sehr brüchig und musste außerdem unterfangen werden, weil der Gemeindebauhof den Gehweg erneuert, diesen nun auf Straßenniveau abgesenkt hat und ihn somit barrierefrei begeh- und befahrbar gestaltete. Alles zusammen, die Sanierung des Sandsteinportals (wobei die brüchigen Kapitelle und die Säulenkugeln erneuert werden mussten) und die fachgerechte Anpassung des Gehwegs bilden nun eine gelungene Symbiose, die dem Denkmalschutz und der Pietät Rechnung tragen.
 Die vermeintliche Diskrepanz bei der Verwendung von gelbem und rotem Sandstein schwindet, wenn man das ursprüngliche Steinmaterial betrachtet. „Das Portal war einmal ein Teil des Friedhofs bei der Kirche, die wie man noch heute sehen kann, ebenfalls mit rotem und gelbem Sandstein gebaut wurde“, sagt Fachmann Klaus Hillenbrand. Das noch fehlende schmiedeeiserne Tor steht ebenfalls kurz vor seiner Fertigstellung.

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Bild-Ferienprogramm-HV-2012Ferienspassprogramm 2012 - Entdeckungsreise

13.08.2012
(von Frieder Scholtes) Im Rahmen des Ferienspaßprogramms ging der Heimatverein mit den Ferienspaßkindern auf Entdeckungsreise. Ziel der Rundfahrt auf der Kronauer Gemarkung waren die Kleindenkmale, die zu pflegen bzw. zu erhalten sich der Heimatverein zur Aufgabe gemacht hat. Das Forsthaus war Start und Ziel der beiden Gruppen in die man die Kinder aufgeteilt hatte. Etappenziele waren die Kirche, das Feldkreuz "Rotes Kreuz", die Kreuzung alte Speyerer Straße, das Waldkreuz am Hardlacher Weg, das Kreuz und die daneben- bzw. gegenüberliegenden Kreuze und die Leonarduskapelle sowie der alte Grenzstein an der Bahnhofstraße, der die Gemarkungsgrenze markiert. Der weiteste Weg führte zum jenseits der Autobahn mitten im Wald liegenden "Zipperlins Gedenkstein". Ihr Wissen um die Geschichten der Kleindenkmale gaben die Begleiter des Heimatvereins sehr kompetent an die Kinder weiter. Der kleinen Gemarkungsexkursion folgten eine leckere Pizzamahlzeit und ein Spielenachmittag.

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2. Backofenfest - Heimatverein hofft auf Wiederholung des Vorjahreserfolgs2-Backofenfest

30.04.2012
(von Frieder Scholtes) Nur wenige Stunden brauchten die fleißigen Helfer der Bäckermeister Josef Ritschel und Klaus Hartard mit ihren Backassistenten Birgit Gaßner und Thorsten Moch, um ein Unmenge an knusprigen Broten, köstlichen Fladen und leckeren Kuchen an den Mann/die Frau zu bringen. Der neue Backofen, den der Heimatverein in die ehemalige Back-(Wasch)stube des Kronauer Forsthauses einbauen ließ, hatte seine Feuertaufe bestanden. Das Brot duftete über viele Häuser hinweg, und die Kunde davon lockte viele Besucher aus dem Umland in den Forsthaushof. Schon am frühen Nachmittag hieß es „Ausverkauft“. Beim 2. Backofenfest am 6. Mai möchte der Heimatvereinsvorsitzende Josef Wittek vorsorgen. Deshalb hat er neben Josef Ritschel und Klaus Hartard mit Steffen Ritschel einen dritten Bäcker gewonnen, so dass die Kapazität des Backofens mit zwei Backflächen von je 2,6 qm Backfläche noch effizienter ausgelastet werden kann.

Die Kuchenbäcker haben weitere Köstlichkeiten versprochen. Ins Angebot werden neben den lecker belegten Fladen auch Streusel- Zimt-, Apfel- Rhabarber-, und Kirschkuchen, genommen. In den Regalen warten krosse mit leckerem „Knärzl“ versehene Brote stehen.

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Heimatverein will Friedhofstor sanieren - Schnelle Abhilfe tut NotFriedhofstor-vor-Sanierung

24.04.2012
(von Frieder Scholtes) „Ein gepflegter Friedhof hat immer etwas Freundliches und mit dem Tode Versöhnliches, er erinnert mehr an die Auferstehung, als an den Tod“. So beginnt sinngemäß der Autor der alten Kronauer Ortschronik Albert Fuchs sein Kapitel über den Friedhof. Um das Jahr 1822 wurde dieser von der Kirche zu seinem heutigen Platz verlegt und bereits zwanzig Jahre später erweitert. Für die Friedhofsmauer des Erweiterungsteils wurden teilweise die Steine des alten Friedhofs bei der Kirche verwendet. Da liegt es nahe, dass auch die Toreinfassung des alten Friedhofs hierher versetzt wurde. Das schöne Portal, anno 1766 aus rotem Buntsandstein gehauen, „ziert“ heute noch den Friedhofseingang. Allerdings ist das Wort „Zier“ kaum noch anwendbar, denn an dem weichen Stein hat arg der Zahn der Zeit genagt. Der Heimatverein hat sich der Pflege der Kronauer Kleindenkmale angenommen und möchte nunmehr den Friedhofseingang restaurieren. Dazu hat man den Kronauer Steinmetz und Restaurator Klaus Hillenbrand eingeladen und um eine Begutachtung des Objekts gebeten.

Beim Treffen der Vorstandschaft mit dem Fachmann vor Ort erläuterte Hillenbrand die Maßnahmen, die notwendig sind um die Torpfosten, die etliche Sprünge und Risse aufweisen, zu restaurieren und für viele weitere Jahrzehnte zu erhalten. Dazu wird der Meister einiges an Restaurationsmörtel verwenden, die brüchigen Teile aber müssen alle komplett neu hergestellt werden.
Vom Absturz gefährdet sind vor allem die Kugelköpfe der Säulen, während die Kapitelle, Schäfte und Basen der Pfosten ausgebessert und aufgearbeitet werden können.

Aber nicht nur die Sandsteinbauteile müssen saniert werden. Auch das schmiedeeiserne Tor hat unter Wind, Wetter, Sturm und Regen gelitten. Die Rahmen müssen gerichtet, die Stäbe und deren Spitzen begradigt bzw. erneuert werden. Das Sandstrahlen des Tores soll den alten Anstrich entfernen, eine abschließende Verzinkung und Pulverbeschichtung den beständigen Rostschutz garantieren. Einen ersten mündlichen Kostenvoranschlag des Steinmetzes befanden die Vorstandsmitglieder für fair. Die Arbeiten am Tor werden von fachkundigen Vereinsmitgliedern übernommen. Nach schriftlicher Vorlage des Angebots und der Zustimmung der Gemeinde, kann mit der Arbeit begonnen werden. Der Heimatverein wird somit einen Beitrag dazu leisten, dass der Friedhof bleibt was er seit Jahrhunderten ist: „Ein würdiger Ort Trauer, der Begegnung, der Erinnerung und der Besinnung“.

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Emsiger Heimatverein mit positiver Bilanz

14.03.2012
(von Frieder Scholtes) Eine überaus positive Bilanz zog der Vorsitzende des Heimatvereins Josef Wittek bei der Generalversammlung über die vielfältigen Aktivitäten die von den Mitgliedern im abgelaufenen Jahr durchgeführt wurden. Sein Maßnahmenkatalog außerhalb der neun Monatsversammlungen und Vorstandsitzungen zeigte siebzehn Termine auf, an denen die Mitglieder und ganz besonders die Funktionsträger gefordert waren. Vom Backofenfest über das Schleppertreffen, die Theaterabende und der Werzwischweihe reichte die Reihe der besonderen Veranstaltungen, wobei sich der Verein auch an der Ferienspaßaktion und am Jubiläumsumzug des Musikvereins beteiligte. Auch drei Mitglieder, darunter das Gründungs-mitglied Manfred Haas, mussten die Heimatvereinler auf dem letzten Weg begleiten. Ihrer gedachten die Anwesenden zu Beginn der Versammlung. Josef Wittek lobte besonders die Einsatzfreudigkeit und den Fleiß seiner Mannschaft, die stets Gewehr bei Fuß stand wenn es um den Heimatverein ging. Er bedankte sich auch beim Bürgermeister Jürgen Heß über die stets vorhandene Loyalität und den ersprießlichen Dialog mit dem Heimatverein. Besonders die großen Veranstaltungen wie das Schleppertreffen, das Backofenfest und die drei Theaterabende wurden mit Bravour gemeistert. Dafür dankte Wittek besonders Thorsten Moch als Wirtschaftsausschuss- Vorsitzender und dessen fleißiger Truppe.

Auch um die Nutzung des Forsthauses gab es für den Verein viel zu tun, zu planen und zu besprechen. Josef Wittek hob hervor, dass hier bei allen Themen, wie auch bei den meisten anderen Vorhaben eine enge Zusammenarbeit mit dem Rathaus und dem Bürgermeister gepflegt wird. Schriftführer Helmut Braunecker schloss sich dem Bericht des Vorsitzenden an und da diese sehr ausführlich waren brauchte er sie nur durch die statistischen Details ergänzen. Den Bericht der Theaterchefin Birgit Gaßner die leider erkrankt fehlte, verlas Josef Wittek. Sie freute sich über ständig wachsende Zuschauerzahlen bei den drei Aufführungen.

Sie dankte ganz besonders ihren Akteuren, die die harten Wochen der intensiven Probearbeit und die stressigen Tage der Aufführungen auf sich nehmen. Auch die „Nebentätigkeiten“ ihrer Darsteller hob sie heraus so war Helmut Braunecker für das Skript zuständig, Thorsten Moch für den Wirtschaftsbetrieb und gemeinsam mit Uta Türmer und Birgit Heger für die Bühnengestaltung. Gaßner dankte auch Kulissenbauern Josef Wittek, Rainer Keppelen, Siegfried Krüger, Rainer Keppelen und Theo Gaßner. Die Plaket und das Layout für die Eintrittskarten stammen von Karin Weidner die Fotokollagen bei der Ausstellung erstellt Uta Türmer.

Thorsten Moch bedankte sich vor allem bei seinen Mitstreitern im Wirtschaftausschuss, besonders hob er Ellen Vetter hervor, bei der viele Fäden zusammenliefen.

Der Bericht über die Vereinsfinanzen von Kassenhalter Nico Vurnik wurde zur eindrucksvollen Bestätigung der erfolgreichen Vereinsarbeit. Sein Abgleich von Soll und Haben zeigte dass sich die mühevolle Arbeit letztendlich auch etwas gelohnt hat und der Verein auch weitere Maßnahmen im Sinne der satzungsgemäßen Verwendung der Gelder angehen kann. Sie zeugten aber auch von der großen professionellen Akribie seiner Kassenführung. Dies bestätigten auch die Kassenprüfer Roland Just und Rolf Acker.

Bevor Jürgen Heß die Entlastung der Vereinsverwaltung beantragte, die im übrigen im Anschluss einstimmig beschlossen wurde, bedankte er sich in seinen Eigenschaften als Bürgermeister und Mitglied für die Arbeit des Heimatvereins, die oft auch ein Dienst an der Allgemeinheit ist. Er hob die Theaterspieler und die vielen Helfer hervor die stets mit Eifer bei der Sache sind. Heß gab einen Abriss über die Tätigkeiten rund um die Forsthaussanierung und das weitere Fortgehen im Forsthausareal, die den Bau eines neues Kindergartens und einer Senioreneinrichtung beinhaltete. Der Bürgermeister dankte Josef Wittek für den engen Dialog mit dem Rathaus und die Übernahme von Eigenleistungen im Bereich Heimatmuseum.

Die Wahl der gesamten Vorstandschaft brachte folgende, durchweg einstimmige Ergebnisse:
1. Vorsitzender:  Josef Wittek
2. Vorsitzender:  Thorsten Moch 
Schriftführer:   Helmut Braunecker
Kassier:  Nico Vurnik
Wirtschaftsausschuss: Thorsten Moch
Kassenprüfer: Roland Just, Rolf Acker
Pressewart: Frieder Scholtes
Die Leiterin der Theatergruppe Birgit Gaßner wurde vom Ensemble gewählt und von der Vereinsversammlung bestätigt.

Die Planungen für das Vereinsjahr 2012 sehen neben den Theateraufführungen zwei Backofenfeste vor.
Die Arbeiten am Forsthaus sollen demnächst schon begonnen werden. Als Vorhaben in Sachen Kleindenkmale soll die Renovierung des Friedhoftores angegangen werden. Erste Sondierungsgespräche mit dem Steinmetz wurden bereits geführt.
Thorsten Moch kündigte die Teilnahme am Ferienprogramm der Gemeinde und eine Besichtung des SWR in Rust als Ausflugsfahrt an. Die nächste Versammlung findet am 12. April 2012 im Vereinsraum statt

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Heimatverein Kronau - Legende aus der Kronauer Gemeindegeschichte: „So wahr mein Schöpfer über mir ist“Kronauer-Grenzstein,-Legende-Kochlöffel

24.01.2012
(von Frieder Scholtes) Die Legende ist eine dem Märchen, als auch der Sage verwandte literarische Gattung, meist hartnäckig als Wahrheit verfochten von den Einen, von den Widersachern aber als Erfindung aus dem Reich der Fabel belächelt. Legenden halten sich durch mündliche Überlieferung ewig und werden immer wieder hervorgeholt und aufgewärmt, nur beweisen lassen sie sich nie. Auch Kronau hat eine solche Legende, die sogar in die Chroniken der Gemeinde, wenn auch nur andeutungsweise Einzug hielt. Es geht um das Gewann Schweikhof an der östlichen Gemarkungsgrenze von Kronau. Die Feld- und Wiesenflächen sind zwar Teil der Mingolsheimer Gemarkung, in den Grundbüchern standen und stehen aber vorwiegend Kronauer Eigentümer. Diese Tatsache allein genügte schon den Verdacht zu schüren, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann.

Auch die Amtsschimmelgeschichte des damaligen Kreisdirektoriums in der Geschichte von Kronau (Prof. Dr. Konrad Dussel), das nach der Säkularisation 1803 einiges an Neuordnungen zu bewältigen hatte, schürten das Unwohlsein über eine eventuelle Übervorteilung.

Die Kreisgrenze zwischen dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Kreis Karlsruhe verlief entlang des Landgrabens. Allerdings gehörte Kronau zum Amt Philippsburg, das dem Rhein-Neckar-Kreis zugeschlagen wurde. Mingolsheim und Langenbrücken dagegen gehörten zum Amt Bruchsal und somit zum Kreis Karlsruhe.
Der Antrag der Kronauer im Jahr 1812 sah vor, die Schweikhofwiesen nunmehr dem Amt Philipsburg zuzuschlagen, zumal dorthin ja auch die Abgaben zu zahlen seien. 
Das Hin und Her ging bis zum Jahr 1832, als die Kreiseinteilung aufgegeben wurde und Mingolsheim und Kronau wieder zur selben Oberbehörde gehörten.

Da allerdings stellte die Steuerbehörde fest, die Schweikhofwiesen hatten -über Kislau- schon immer zu Mingolsheim gehört und da blieben sie trotz der Kronauer Änderungswünsche auch.

Die Legende besagt, dass bei der Neuordnung der Gemarkungsflächen der Grenzstein von einem Mingolsheimer Amtmann kurzerhand um einige hundert Meter in Richtung Westen bis nahe an den Ortsetter versetzt wurden. Er habe seine angenommene Missetat bestritten und vor der Obrigkeit seine Aussage mit dem Schwur, „So wahr mein Schöpfer über mir ist“ bekräftigt.
Listigerweise soll der Amtmann unter seinem Hut einen Suppenschöpfer versteckt haben. 
Immer wieder flammt die Mär um den „Kochlöffler“, wie der fintenreiche Beamte in Kronau genannt wird, auf.
Der alte Grenzstein aus dem Jahr 1841, der sich fast verschämt hinter dichtem Gestrüpp an der Straße nach Mingolsheim versteckt, sagt aber auch nicht anderes. Seine westliche Seite trägt die Aufschrift Kronau, ostwärts steht der Name Mingolsheim. Aber Richtung Süden und Norden stand da ursprünglich etwas anderes?

„Honi soit qui mal y pense – ein Schelm der Böses dabei denkt-„ sagte schon König Edward  III., als er  augenzwinkernd die Doppeldeutigkeit einer Aussage ausdrücken wollte.

Weitere Presseberichte auf auf der Homepage der Gemeinde Kronau

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